Karoline Kreißl


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Zeit
Eine Videokunstausstellung in unter 60 Minuten

19. Februar - 27. März 2016

 

ETERNAL PROCESS

4:3, 2:04min
“Sans doute la vie se protège-t-elle par la répétition, la trace, la différance”. (J.
Derrida, “Freud et la scène de l’écriture” in: L’écriture et la différence, Paris 1967, SS.
293-340; S. 302). Die Wiederholung hat sich als Schlüsselkategorie der postmoderne
Zeitlichkeit etabliert. Die lineare und zum Fortschritt schreitende Zeit der wissenschaftlichen
Revolution des XVII Jahrhunderts und der industriellen Revolution hat ihre Erklärungskraft
zunehmend verblassen gesehen. Jedoch ist die zirkuläre Zeitlichkeit, die sich schon mit
Nietzsche oder Benjamin profiliert, eine rätselhafte, weil sie im Widerspruch mit unserem
intuitiven Verständnis von Zeiterfahrung scheint. Und das stimmt: Die Zeit der Erfahrung
erlaubt keine Sprünge in die Vergangenheit, der Zeitpfeil ist zwangsläufig auf die Zukunft
gerichtet. Aber nicht die Zeit der Wahrnehmung. Die Zeitwahrnehmung hat eigene
Gesetzte, die mit der Bewusstseinsstruktur wesentlich verflochten sind. Die Wiederholung
ist hier die Zeitfigur schlechthin. Sie ist die Chiffre der Zeitlichkeit der Erinnerungen und
der Wünsche, der Déjà-vu un der Flashbacks, die keine Rücksicht auf die tatsächlichen
Geschehnisse nimmt sondern ein eigenes rhythmisches Leben besitzt. Und in dieser
rhythmischen Bewegung finden immer wieder neue Kombinationen und Kontaminationen
unter vergangenen und gegenwärtigen Erlebnissen statt, die neue Bedeutungen
vergangener Erlebnisse stiften, nachträglich. Das heißt, die Wiederholung wiederholt nichts,
sondern kreiert immer wieder neu.
Serena Gregorio, MA of Philosophy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UEBERHOUR – bonded by Mindscape Universe

 

The Museum

 

13.11.15, ab 19Uhr

 

Zschochersche Strasse 2b
04177 Leipzig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. artist dinner

 

4. Party

 

3. Supermarket

 

2. Opening

 

1. Preparation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


artist at work, 2014



Ebensosehr aber setzt das Ideal seinen Fuß in die Sinnlichkeit und deren Naturgestalt hinein, doch zieht ihn wie das Bereich des Äußeren zugleich zu sich zurück, indem die Kunst den Apparat, dessen die äußere Erscheinung zu ihrer Selbsterhaltung bedarf, zu den Grenzen zurückzuführen weiß, innerhalb welcher das Äußere die Manifestation der geistigen Freiheit sein kann.
Dadurch allein steht das Ideal im Äußerlichen mit sich selbst zusammengeschlossen frei auf sich beruhend da, als sinnlich selig in sich, seiner sich freuend und genießend.“ (Georg Wilhelm Friedrich)

Ihr seid herzlich eingeladen, einen Fuß in die Sinnlichkeit zu setzen. In dieser einmaligen Ausstellungseröffnung und –ende geht es um eine performative Anwesenheit, wo alle Sinne beansprucht werden. Das Optische, das Haptische, das Akustische und das Geschmackliche kreisen um das Kunstereignis und finden ihren Zusammenhang dank seiner Zentripetalkraft. Auch Ihr seid als sinnlich selig in sich, seiner sich freuend und genießend dazu eingeladen, diese einmalige Performance mitzuerleben.


Mango Kassler
19
Fr.
19.04.13
19 Uhr
Schlesische Str. 19

Im Jardin des Plantes, Paris

 

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille –

und hört im Herzen auf zu sein.

 

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

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